Gemeinsam vielfältig

Blick in eine lesenswerte Zeitschrift, die sich mit der Seelsorge in der Inklusion befasst. Und umgekehrt.

Der Titel der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Unsere Seelsorge“ aus dem Bistum Münster lautet nicht Inklusion, sondern „gemeinsam vielfältig“. Diese beiden Worte weisen auf ein sich änderndes Verständnis von Behindertenseelsorge, das den Begriff Inklusion zwar nicht überspringt, aber bereits entgrenzt. Es geht in keinem der ausnahmslos lesenswerten Beiträge um Rechtfertigung oder Begriffe. Alle Beiträge haben den Menschen im Blick, wenn es auch nicht immer um die Praxis geht. Wo es um Praxis geht, geschieht das Erzählen darüber einladend und aktivierend.
Manchmal muss man einfach innehalten und nochmal fragen, warum die Sache mit der Inklusion auch bei uns Christen so zäh und widersprüchlich ist. Wir konnten damit schon was anfangen, als es noch Nächstenliebe hieß. Warum also in diesen Zeiten dieses Fremdeln in Richtung Pädagogik und Politik? Die praktisch orientierten Beiträge finden Antworten auf beschämende Fragen nach der Handlungsfähigkeit von Kirche. Es werden nämlich nicht nur Stellen abgebaut, sondern auch neue Wege gefunden und Gründe, neue Wege zu finanzieren und mit Personal auszustatten.

Was lohnt sich und wie erklären wir das Ganze denen, die in der Pastoral mit neuen Wegen für Gemeinde und Pfarrei schon genug zu tun haben?
Keine Ahnung. Drüber nachdenken müssen wir trotzdem.

Diese Beiträge lohnen die gründliche Lektüre:

INKLUSION IN DER SEELSORGE WEITERDENKEN
Über den Bedeutungshorizont eines Begriffs
Dr. Wolfhard Schweiker

INKLUSION? INKLUSION!
Ein Plädoyer für Inklusion als Leitziel für eine einladende und missionarische Kirche
Martin Merkens

DAS UNGEWÖHNLICHE GEWÖHNLICH WERDEN LASSEN
Inklusion in pastoralen Konzepten
Friederike Bude

INKLUSION BEGINNT, WENN BARRIEREN BESEITIGT WERDEN
Ein nachahmenswertes Projekt im Umgang mit dem Thema Barrierefreiheit
Martin Knauer

ALL INCLUSIVE – MITEINANDER UNTERWEGS
Menschen mit einer Behinderung im Team der Urlauberseelsorge auf Wangerooge
Daniela Pieper

WEGSCHLIESSEN – UND ZWAR FÜR IMMER!?
Inklusion aus der Perspektive des Massregelvollzugs
Jutta Kasberg und Bernhard Hertwig

GLAUBEN-LERNEN IN LEICHTER SPRACHE
Eine Fragen-Box nicht nur für die Katechese
Dr. Annette Höing und Matthias Winter

WIR UND DIE INKLUSION
Ein hartes Stück Arbeit mit vielen guten Ideen
Dorothee Jansen

OLDENBURG WILL INKLUSION
Auf dem Weg zu einer inklusiven Kommune
Von Peter Dresen und Lena Haddenhorst

LEBENDIGE BIBLIOTHEK
Gespräche ohne Berührungsängste
Von Anja Michaeli

VIELFALT – EIN LEBEN LANG
Eine Schul-Aktionswoche von der Idee bis zur Durchführung
Tanja Bruns, Christin de Carne, Dr. Gabriele Grieshop und Dorith Tumbrägel

VOM ESEL, DER DAS SEGENSZEICHEN TRANK
Tiersegnung mit rund 100 Kita-Kindern in der Kirche St. Ludgerus
Kristina Sehr / MV Online

EXPERTEN UND MULTIPLIKATOREN FÜR INKLUSION
(Wie) wirkt das Inklusions-Forum im Bistum Münster?
Martin Merkens


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Die Sprache der Spiritualität tauber Christ/innen

„Eine von uns im gesamten deutschsprachigen Raum durchgeführte Umfrage bei den Gehörlosenseelsorgeeinheiten in den Diözesen ergab, dass die Gebärdensprachkompetenz der für die Gehörlosengemeinden Zuständigen als dringend ausbaufähig zu bezeichnen wäre: Von 22 Ansprechpersonen (8 Pfarrer, 2 Diakone, 4 Pastoralreferent/innen) gaben etwa 30 % der Befragten an, über eine gute DGS-Kompetenz zu verfügen, fast 40 % verfügen über eine geringe Kenntnis, 30 % beherrschen keine DGS.“

Die Hamburger Gebärdensprachlerin Siggi Kirch (im Bild) und der Wiener Liturgiewissenschaftler Pre­drag Bukovec stellen sich der Frage, wie taube Christ/innen im Gottesdienst nicht mehr als ka­ritative Betreuungsobjekte verstanden, sondern als mündige Glaubenssubjekte und aktiv Teilnehmende im Sinne der Li­turgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils einbezogen werden können.

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Wo bleibt der barrierefreie Taxiverkehr ?

enfache Grafik: alte und junge Menschen, Paare und Einzelne, mit und ohne Behinderung, Muslima (c) Bistum Essen und Reinhild Kassing

Wie müsste ein barrierefreier Taxiverkehr aussehen?

Das Problem: Menschen mit Behinderung können einen Fahrdienst nutzen, aber sie müssen wählen zwischen dem Parkausweis und der Berechtigung den Fahrdienst zu nutzen. Grober Unfug. Das gehört auf die Agenda der Politik und abgeschafft. Denn Menschen mit Behinderung sollten die gleichen Wahlmöglichkeiten haben wie jeder andere Mensch auch.

Konkrete Problemstellung: Ein Mensch hat einen Arbeitsplatz mit einem 7-Tage-Dienstplan. In der Woche ist An- und Abfahrt per ÖPNV möglich, aber am Wochenende nicht. Jetzt fällt das Auto aus (sowas kann passieren; ein Notfall, ein Defekt) und der Mensch nutzt ein Taxi. Die Kosten sind im Verlauf eines Monats so hoch, dass er überlegt, den Job zu schmeißen. Denn wozu arbeiten gehen, wenn das Geld für den Weg zur Arbeit draufgeht?

Offenbar nicht leicht zu lösen:

Projekt des SoVD Landesverband Berlin-Brandenburg

Aber es gibt auch Ideen:

Kobinet hat ein Taxiunternehmen gefunden, das zur Umrüstung von 100 Taxen bereit ist

Das Taxi ist kein Luxusding, sondern erhöht die Mobilität. Mit ihm hätten Menschen mit Behinderung, die ein G für Gehbehinderung im Ausweis haben, dasselbe Spektrum wie alle Menschen. Es gehört in die praktischen Ziele des Teilhabegesetzes.

  • Mobil per ÖPNV dank Rampen
  • Mobil per Fahrdienst, den man allerdings vorbestellen muss (Beispielsweise im EN-Kreis 4 Tage vorher bei, Rotes Kreuz, das den Auftrag an ein Unternehmen weitergibt. Die Fahrer sind nicht immer sensibel.)
  • Und jetzt bitte noch mobil per Taxi -> Rufbereitschaft und bezahlbar.

Vielleicht gehört es zur Inklusion, dass Menschen mit Behinderung das Gleiche bezahlen müssen für ein Taxi wie Menschen ohne Behinderung. Aber dann müssen sie auch die gleichen Verdienstmöglichkeiten haben.

Und natürlich müsste man für eine Differenzierung des Preises ergründen, wer das Taxi mit einem Schwerbehindertenausweis nutzen darf. Ich kann mir Situationen vorstellen, auf die auch ein Taxifahrer / eine Taxifahrerin gut vorbereiten muss.
Beispiel: Ein Mensch erleidet einen Panikanfall, ruft das Taxi an, zeigt den Ausweis, wird heimgefahren und zahlt den ermäßigten Preis. Das Ganze geschieht ohne dass nachgefragt wird, wieso das Taxi genutzt wird, obwohl dieser Mensch nicht gehbehindert ist.

Der beste Freund des Menschen

Die Kollegin Anja Frecke aus dem Erzbistum Paderborn nimmt ihren Hund mit auf die Arbeit. In diesem Blogbeitrag denkt sie grundsätzlich über den Hund nach.

behindertenseelsorgebegleithund

Die Wissenschaftler sind sich nicht einig, wie viele tausend Jahre der Hund ein Gefährte des Menschen ist. Sie beziffern den Zeitraum zwischen 40 000 und 100000 Jahren. Unumstritten ist allerdings, dass der Hund einer der ältesten, wenn nicht sogar das älteste Haustier ist. Wobei der Begriff etwas irreführend ist, denn damals wohnten Menschen noch nicht in Häusern.

Die ersten Hunde waren Nutztiere. Sie unterstützten den Menschen bei wichtigen Dingen wie der Jagd oder dem hüten von Herden. So bildete jeder Landstrich und jede Kultur seine eigenen Hundearten hervorbrachte: Hier benötigte man den langbeinigen, schnellen Jagdhund, der das Wild hetzte, dort den etwas kompakteren Hütehund, woanders den Haushund, der sehr territorial „sein“ Gebiet verteidigte. Schön die frühen Ägypter züchteten spezielle Rassen und leisteten sich den Luxus eines reinen Begleit- und Schoßhundes.

Diese Vorüberlegungen stimmen mich als Theologin froh, denke ich doch, dass der beste freund des Menschen dann auch gut und…

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#SozialCamp: Lasst uns das Internet zu einem guten Ort machen !!

So viel Lebensfreude motiviert.

Zeitzuteilen

Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss.

So war es auch beim BarCamp der sozialen Arbeit, dem SozialCamp, am vergangenen Donnerstag und Freitag in Siegburg.

Eine Gruppe junger Studierender der Katho NRW erklärte uns, was für sie das Internet bedeutet.

Es fing damit an, dass sie uns aufforderten, die Augen zu schließen.

„Und jetzt stellt Euch einen Ort vor, mit dem ihr wundervolle Gefühle verbindet, an dem ihr Euch sehr wohl gefühlt habt … “

Ich habe dabei an einen Ort in meiner Kindheit gedacht, in der Natur wie wir lachend die Wiesen hinunter gerollt sind und die Dämmerung schon leicht eingesetzt hatte. Ein Herbstabend. Der würzige Geruch lag in der Luft.

„Das ist für uns das Internet … “

Wow! Das hat selbst mich überrascht, obwohl ich mich durchaus als afin einschätze.

Das SozialCamp – eine Erfolgsstory?

Die Teilnehmendenzahlen sagen erstmal ja: Von 60 in 2016 über 120 in 2017…

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