Youtuberin interviewt Leonard

Es ist ein interessantes Video. Aber es ist ein Youtube-Video. Wenn Sie drauf klicken und es gucken, werden Sie getrackt. Das sollten Sie wissen.

bunte Truppe im Restaurant

Heiminsassen sind meist in Gruppen unterwegs. Das hat mehr Nachteile, zu viele. Wir sind daher auf eine gemischte Truppe gekommen. Wir agieren ja auch nicht „im Heim“, sondern arbeiten ehrenamtlich. Darum können wir mehr. Wir müssen damit leben, dass das Rollitaxi zu spät kommt und die „Insassen“ wie Pakete behandelt werden. Die „Insassen“ ertragen das stoisch. Sie wissen:

jetzt geht es los

Im Restaurant kennt man uns schon. Wir bekommen einen Tisch, an den auch Rollstühle gut passen. Wir brauchen unglaublich lange, bis wir eine Auswahl getroffen haben. Wir lernen. Übrigens sehen wir auch an den Nachbartischen Menschen, die sich mit der Auswahl schwer tun. Grade große Gruppen sind eine Herausforderung für das Personal. „Wer hatte die Nummer 251?“ „Ist das mit Schwein?“ „Mit Gemüse.“ „Ich“ „Ich“ „Ich“ *Kopftisch* Aber die Kellnerin bleibt entspannt. Schließlich stellt sich heraus, dass der Teller falsch gelandet ist. Es wird getauscht. Aus den Lautsprechern klingt Skriabin.

Wir sind behindert und nichtbehindert. Niemand fragt „Darf ich zur Toilette?“ Wir kennen den Weg und waschen uns die Hände. Nur beim Bezahlen wird es schwierig. Wer nie gelernt hat, mit Geld umzugehen, kann das nicht. Auch das ist keine Besonderheit in Heimen. Nur, dass da die Hürden höher sind.

Betroffene im Café -ungeordnet

Völlig unorganisiert treffen sich von Behinderung Betroffene in einem von Ehrenamtlichen organisierten Café am Rande der Stadt. Jeden Sonntag.

Von Behinderung Betroffene? Das sind Menschen mit Behinderung, Nachbarn, Eltern, … irgendwie genau die Menschen, die von Behinderung betroffen sind.

Da ist eine Mutter, deren Tochter bereits gestorben ist. Sie kommt jeden Sonntag. Denn da ist etwas gewachsen.

Da sitzt eine Familie, die längst weggezogen ist. Sie plaudern bei Waffeln und Eiskaffee mit den Eltern erwachsener Behinderter.

Da kommt der Vater einer Tochter ins Café, um Waffeln zu holen. Sie sitzen mit den Familie im Zimmer der Tochter, weil es ihr schlecht geht. Nun wissen wir auch das.

Anders als in Gemeinden münden diese Gespräche nicht in Gottesdiensten. Aber nehmen wir denn in Gemeinden die Sorgen der Menschen mit in unsere Gottesdienste?

Dieser Ort wird aufgesucht. Es ist ein Ort des Lebens. Wir teilen Freud und Leid. Diese Möglichkeit ist abhängig davon, dass Ehrenamtliche bereit sind, ihre Freizeit für eine gute Sache zur Verfügung zu stellen. In diesem Fall tun sie es gerne. Aber auch Ihnen liegen eine Menge Steine im Weg. Beispielsweise die völlig unplanbare Anweisung der Besitzer dieses Cafés, es für andere Aktionen bereit zu halten. Die kleine „Gemeinde“ weicht dann woandershin aus oder bröckelt für einen Tag auseinander, um in der Woche danach wieder zusammenzufinden.

Was brauchen wir?

Wir brauchen einen Ort. Der muss barrierefrei sein. Es muss verschiedene Stühle, Tische und Bänke geben, damit jeder seinen Platz findet.

Wir brauchen barrierefreie Toiletten, einen Pflegeraum und Personal, das assistieren kann.

Wir brauchen Ehrenamtliche, die gerne ein Café organisieren und sich bereitwillig auf Schulungen (beispielsweise in Erster Hilfe und Hygiene) begeben.

Wir brauchen Strom, Wasser und Wlan.

Alles andere organisieren wir.

Für die Anschaffung von Tellern, Tassen und so weiter brauchen wir Geld und Transportmöglichkeiten. Aber wenn eine ihr Café zur Verfügung stellte, ginge es auch ohne Geld. Ich denke, dass sowas in vielen Gemeindehäusern möglich wär.

Generationenwechsel

In einer Pfarrei unseres Bistums hat mit den letzten Pfarrgemeinderatswahlen ein abrupter Generationenwechsel stattgefunden. Im Vorstand sind nicht nur Menschen ohne bisherige PGR-Erfahrung, nein, sie sind auch noch alle unter 30, einer von ihnen ist Schüler, eine ist Pädagogin (sie leitet die Sitzungen) und eine ist BWLerin (sie agieren kompetenzorientiert).

Dieses junge Leitungsgremium kennt keine Verpflichtungen und keine Seilschaften. Sie fragen, wenn sie was nicht verstanden haben, und lassen es sich erklären. Dabei kommt notwendig alles Dunkle ans Licht. Die Sitzungen sind nicht weniger lang als vorher, aber von Seiten der Leitung kommt viel Frische rein. Mitunter sehen die Alten Hasen aus mehrfachem Blickwinkel alt aus.

  • Wo kommen die Informationen her und wo gehen sie hin?
  • Wer agiert mit wem?
  • Wer ist verantwortlich und was bedeutet Verantwortung?
  • Wer hat Sitz und Stimme und wie viel Gewicht haben Stimmen?
  • Warum dauern Entscheidungsfindungen so lange?
  • Wer trifft Entscheidungen? Wo werden Entscheidungen getroffen?
  • Wie arbeiten die Gremien zusammen? Wie sind sie einander zugeordnet?

Fragen, die andere Pfarrgemeinderäte sich nicht stellen, werden hier zum Thema und bringen einen Gesprächsverlauf, der freundlich, langweilig begann, zum Explodieren. Die Sitzungsleitung bleibt sachlich, legt aber unbeirrbar den Finger in Wunden, so dass es ordentlich weh tut.

Digitalisierung

Der Sitzungsort ist nicht barrierefrei. Das entspricht der Gewohnheit. Aber es stehen Laptops und Tablets mit Tastatur auf den Tischen und einige Mitmenschen haben Smartphones in Händen. Immer wieder werden Beiträge mit Inhalten aus diesen Hilfsmitteln bereichert. Man schaut mal eben nach. Entweder sind die eigenen Notizen oder das World Wide Web eine nützliche Quelle.

Mit Sicherheit wird die Öffentlichkeitsarbeit dieser Pfarrei sich verändern. Die jungen Menschen im Vorstand strukturieren die Rückmeldungen aus den Gemeinden auf einem Plakat und machen unbeabsichtigt deutlich, dass alle über 40 die Prozesse verschleppen, weil sie in ihren Beiträgen deutlich machen, dass sie es gewohnt sind, dass sich nichts verändert. Aber die jungen Menschen im Vorstand haben damit keine Verträge. Sie leiten die Sitzung, fragen, tragen Informationen zusammen und fordern, ohne anzuklagen.

Mit Sicherheit wird es eine neue Webpräsenz geben. Die wird 2.0 sein. Das wäre schon mal ein Schritt. Aber möglicherweise wissen die jungen Menschen im Vorstand nicht, dass es schlimm steht für die Gemeinden in der Kirchenkrise und dass 2.0 schon ein Schritt nach vorne wäre. Der Inhalt für die Webpräsenz muss aus den Gemeinden kommen, aber die Denkweise der jungen Menschen ist bereits 3.0.

Ein Link

https://kirchen-kommunikation.de/

Kooperation statt konkurrenz

Bei der diesjährigen REHACARE in Düsseldorf wird es eine Veranstaltung zu Beratungen für Menschen mit Behinderung geben, die den Titel trägt

Kooperation statt Konkurrenz

Mich spricht der Titel an, weil es einerseits eine riesige Fülle an Anbietern und Angeboten gibt, andererseits noch viel zu viele Menschen nichts über ihre Möglichkeiten und Hilfsangebote wissen. Die Büros für ergänzende Teilhabeberatung stoßen an ihre Grenzen. Vielfach kämpfen Anbietende um Platz in der Öffentlichkeit und versuchen, sich als die Besten darzustellen. Das müssen sie, weil es um Refinanzierung geht. Wie kann es gehen, dass Menschen mit Hilfebedarf im Fokus sind?

Leider ist genau an dem Tag der weltweite Klimastreik von Fridays For Future.

10 Jahre Behindertenrechtskonvention – das Interview im Domradio

Im März feierten wir 10 Jahre Behindertenrechtskonvention. Feierten? Immerhin gibt es diese Konvention, die beinah überall auf der Welt in vergleichbarer Weise gilt und doch selten umgesetzt wird. In diesem Interview habe ich etwas herumgestottert. Denn: Was kann man sagen? Im Radio? Wer wird es hören?

In erster Linie ginge es mir darum, Menschen für Inklusion zu begeistern. Irgendwie gelingt das nicht gut unter den gegebenen Umständen.

Der Link zum Interview: https://www.domradio.de

Aber was sind 10 Jahre? Es geht weiter:

Inklusion im Bistum Essen

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