Der Weltgebetstag aus Simbabwe ist ein Fest für die Inklusion

Focus On Ability heißt es bei den Frauen in Simbabwe, die den Weltgebetstag vorbereiten. Der Weltgebetstag wird in jedem Jahr für den 1. Freitag im Januar vorbereitet. Informiert beten bedeutet: Wir erfahren von Frauen eines Landes wie sie leben, was sie bewegt, wir klagen mit ihnen und wir entwickeln Idee. Die Kollekte des Gottesdienstes kommt den Projekten des WGT zugute, die ausführlich beschrieben werden.

Auf der Webseite des Weltgebetestages finden Sie eine Fülle an Informationen in Sachen Inklusion. Sie helfen uns in Deutschland, Barrierefreiheit für unsere Veranstaltungen zu erreichen.

Das animierte Video kommt ganz ohne Sprache aus (wenn auch mit Text).

Das Video ist schön farbig, es hat einfache Weltmusik und zeigt, wie Frauen agieren und ihre Anliegen vernetzt und freundlich in die Bildungsarbeit ihres Landes und das Leben ihrer Mitmenschen bringen.

Verwirrend: Weltordnung mit Gottesbild

In einem Gespräch mit einem an sich klugen Menschen hörte ich auf einmal, Juden hätten ein anderes Gottesbild als wir Christen. Verwirrend. Wir bringen in Gesprächen schon mal Theologie, Katechismus und Glaubensbekenntnis durcheinander.

Der Spiegel veröffentlicht um Weihnachten herum gerne Statistiken, aus denen unter anderem hervorgeht, wie viel Prozent Gläubiger an eine Wiedergeburt oder an ein Leben nach dem Tod glauben. Spätestens da sollte einem klar werden, dass Lehre und Überzeugung nicht deckungsgleich sind.

Was glauben Christen? Was glauben Christinnen?

Eine Theologiestudentin wurde in einem feministischen Seminar mit einer Stellungnahme einer Theologin mit Behinderung zu Wundererzählungen konfrontiert. Jetzt weiß sie nicht mehr, auf welcher Grundlage sie predigen kann. Was kann man über Wunder sagen? Spätestens hier sollte uns im 21. Jahrhundert aufgehen, dass wir nicht mehr vor der Gemeinde stehen und sie bepredigen können. Es gibt die Lehre und es gibt die Lebenserfahrung. Es gibt Vielfalt und es gibt Werte. Was verbindet uns? Was kann man allgemeingültig sagen?

Bereits in den 80igern lernten wir Studierende, wir sollten den Menschen nicht Antworten geben auf Fragen, die kein Mensch gestellt hat. Aber dann mussten wir ins Praktikum und dort wurde uns der Kopp wieder grade gerückt 😉 Aber das Problem blieb. Und heute zerbricht uns das riesige, machtvolle Kirchengebäude mit den einfachen one-fits-all Antworten.

Wenn doch auch die Hilfeträger in eine Krise gerieten und nach neuen Wegen suchten, die richtigen Hilfen an die zu bringen, die sie brauchen und nicht die Verantwortung zwischen MDK und Krankenkassen und Heimen und Kreisen / Städten und Angehörigen hin und her schöben.

Da hilft es sehr, dass Menschen sprachfähiger werden. Wir brauchen mehr Bildung, damit Menschen Wege und Methoden lernen, ihre Anliegen zur Sprache zu bringen. Und die Machtvollen müssen das Hinhören lernen. Dann werden Sie begreifen, dass der Retter der Welt in Bethlehem geboren ist. Das ist unsere Geschichte. Komplex. Und mit Happy End (aber noch nicht jetzt).

Comicartige Jesusplastik vor einer Kirchenmauer, rechte Hand mit aisgestrecktem Arm und Zeigefinger, linke Hand mit erhobenem Daumen, zwickernd und grinsend.
Weihnachten 2019

Das Bild zeigt eine moderne, comicartige, witzige Jesusfigur, kumpelhaft, nicht ernst zu nehmen. Die Schrift des Meme sagt: „Deine Hoffnungslosigkeit stört mich.“ Es ist eine Verballhornung eines Zitates aus Star Wars. Die Szene spielt sich im Original zwischen einem Mächtigen und einem Untergebenen hab. Der Mächtigen findet den Ungehorsam des Untergebenen gefährlich und tötet ihn darum. Mächtige haben Angst vor allem, was nicht in ihre Pläne passt. Sie ordnen das Leben. Bis es kein Leben mehr ist. Jesus macht es anders. Jesus fordert Hoffnung. Und langen Atem. Zuversicht, Vertrauen, Liebe. Es geht nicht alles sofort. Und es gibt keine Garantie. Aber es gibt ein paar Werte, die uns als Orientierung dienen. Hoffungslosigkeit stört. Sie ist schlimmer als alles. Jesus gibt keine Garantie, stellt keine Mannschaft auf, verspricht nichts. Seine Botschaft beginnt mit allem. Jesus ist von Anfang an dabei. Und dann stirbt Jesus am Kreuz. Aber das ist nicht das Ende. Darum sieht diese Weihnachtsgeschichte anders aus, als wir sie sachlich beschreiben können. (Lametta? Punsch? Krippe, Kerzen, Kokolores? Haben wir alle Geschenke? Hab ich niemanden vergessen? Wird der pensionierte Priester den Heiligabendgottesdienst durchstehen? Muss ich die weiten Wege auf mich nehmen? Wir werden wieder mehr essen als uns gut tut.)

Deine Hoffnungslosigkeit stört mich

Darum können wir nicht ohne Hoffnung sein. Wir vertrauen Jesus.

Und darum erwarten wir von unserer Kirche, dass wir in ihr geborgen sind und unsere Seelsorger und Seelsorgerinnen erreichbar sind.

Und darum widersprechen wir dem Bescheid, der unseren Hilfsmittelantrag ablehnt.

Und darum finden wir uns in wechselnden Gruppen und Gruppierungen, suchen Gleichgesinnte, finden neue, andere Wege, gehen Risiken ein und versichern uns immer wieder (in Stille, im Gebet, im Bibelstudium, im Gottesdienst, beim Yoga, beim Sport, in der Musik, .. komplettieren Sie selbst) der Hoffnung, die uns trägt, tröstet und feiern lässt.

bunte Truppe im Restaurant

Heiminsassen sind meist in Gruppen unterwegs. Das hat mehr Nachteile, zu viele. Wir sind daher auf eine gemischte Truppe gekommen. Wir agieren ja auch nicht „im Heim“, sondern arbeiten ehrenamtlich. Darum können wir mehr. Wir müssen damit leben, dass das Rollitaxi zu spät kommt und die „Insassen“ wie Pakete behandelt werden. Die „Insassen“ ertragen das stoisch. Sie wissen:

jetzt geht es los

Im Restaurant kennt man uns schon. Wir bekommen einen Tisch, an den auch Rollstühle gut passen. Wir brauchen unglaublich lange, bis wir eine Auswahl getroffen haben. Wir lernen. Übrigens sehen wir auch an den Nachbartischen Menschen, die sich mit der Auswahl schwer tun. Grade große Gruppen sind eine Herausforderung für das Personal. „Wer hatte die Nummer 251?“ „Ist das mit Schwein?“ „Mit Gemüse.“ „Ich“ „Ich“ „Ich“ *Kopftisch* Aber die Kellnerin bleibt entspannt. Schließlich stellt sich heraus, dass der Teller falsch gelandet ist. Es wird getauscht. Aus den Lautsprechern klingt Skriabin.

Wir sind behindert und nichtbehindert. Niemand fragt „Darf ich zur Toilette?“ Wir kennen den Weg und waschen uns die Hände. Nur beim Bezahlen wird es schwierig. Wer nie gelernt hat, mit Geld umzugehen, kann das nicht. Auch das ist keine Besonderheit in Heimen. Nur, dass da die Hürden höher sind.

Betroffene im Café -ungeordnet

Völlig unorganisiert treffen sich von Behinderung Betroffene in einem von Ehrenamtlichen organisierten Café am Rande der Stadt. Jeden Sonntag.

Von Behinderung Betroffene? Das sind Menschen mit Behinderung, Nachbarn, Eltern, … irgendwie genau die Menschen, die von Behinderung betroffen sind.

Da ist eine Mutter, deren Tochter bereits gestorben ist. Sie kommt jeden Sonntag. Denn da ist etwas gewachsen.

Da sitzt eine Familie, die längst weggezogen ist. Sie plaudern bei Waffeln und Eiskaffee mit den Eltern erwachsener Behinderter.

Da kommt der Vater einer Tochter ins Café, um Waffeln zu holen. Sie sitzen mit den Familie im Zimmer der Tochter, weil es ihr schlecht geht. Nun wissen wir auch das.

Anders als in Gemeinden münden diese Gespräche nicht in Gottesdiensten. Aber nehmen wir denn in Gemeinden die Sorgen der Menschen mit in unsere Gottesdienste?

Dieser Ort wird aufgesucht. Es ist ein Ort des Lebens. Wir teilen Freud und Leid. Diese Möglichkeit ist abhängig davon, dass Ehrenamtliche bereit sind, ihre Freizeit für eine gute Sache zur Verfügung zu stellen. In diesem Fall tun sie es gerne. Aber auch Ihnen liegen eine Menge Steine im Weg. Beispielsweise die völlig unplanbare Anweisung der Besitzer dieses Cafés, es für andere Aktionen bereit zu halten. Die kleine „Gemeinde“ weicht dann woandershin aus oder bröckelt für einen Tag auseinander, um in der Woche danach wieder zusammenzufinden.

Was brauchen wir?

Wir brauchen einen Ort. Der muss barrierefrei sein. Es muss verschiedene Stühle, Tische und Bänke geben, damit jeder seinen Platz findet.

Wir brauchen barrierefreie Toiletten, einen Pflegeraum und Personal, das assistieren kann.

Wir brauchen Ehrenamtliche, die gerne ein Café organisieren und sich bereitwillig auf Schulungen (beispielsweise in Erster Hilfe und Hygiene) begeben.

Wir brauchen Strom, Wasser und Wlan.

Alles andere organisieren wir.

Für die Anschaffung von Tellern, Tassen und so weiter brauchen wir Geld und Transportmöglichkeiten. Aber wenn eine ihr Café zur Verfügung stellte, ginge es auch ohne Geld. Ich denke, dass sowas in vielen Gemeindehäusern möglich wär.

Generationenwechsel

In einer Pfarrei unseres Bistums hat mit den letzten Pfarrgemeinderatswahlen ein abrupter Generationenwechsel stattgefunden. Im Vorstand sind nicht nur Menschen ohne bisherige PGR-Erfahrung, nein, sie sind auch noch alle unter 30, einer von ihnen ist Schüler, eine ist Pädagogin (sie leitet die Sitzungen) und eine ist BWLerin (sie agieren kompetenzorientiert).

Dieses junge Leitungsgremium kennt keine Verpflichtungen und keine Seilschaften. Sie fragen, wenn sie was nicht verstanden haben, und lassen es sich erklären. Dabei kommt notwendig alles Dunkle ans Licht. Die Sitzungen sind nicht weniger lang als vorher, aber von Seiten der Leitung kommt viel Frische rein. Mitunter sehen die Alten Hasen aus mehrfachem Blickwinkel alt aus.

  • Wo kommen die Informationen her und wo gehen sie hin?
  • Wer agiert mit wem?
  • Wer ist verantwortlich und was bedeutet Verantwortung?
  • Wer hat Sitz und Stimme und wie viel Gewicht haben Stimmen?
  • Warum dauern Entscheidungsfindungen so lange?
  • Wer trifft Entscheidungen? Wo werden Entscheidungen getroffen?
  • Wie arbeiten die Gremien zusammen? Wie sind sie einander zugeordnet?

Fragen, die andere Pfarrgemeinderäte sich nicht stellen, werden hier zum Thema und bringen einen Gesprächsverlauf, der freundlich, langweilig begann, zum Explodieren. Die Sitzungsleitung bleibt sachlich, legt aber unbeirrbar den Finger in Wunden, so dass es ordentlich weh tut.

Digitalisierung

Der Sitzungsort ist nicht barrierefrei. Das entspricht der Gewohnheit. Aber es stehen Laptops und Tablets mit Tastatur auf den Tischen und einige Mitmenschen haben Smartphones in Händen. Immer wieder werden Beiträge mit Inhalten aus diesen Hilfsmitteln bereichert. Man schaut mal eben nach. Entweder sind die eigenen Notizen oder das World Wide Web eine nützliche Quelle.

Mit Sicherheit wird die Öffentlichkeitsarbeit dieser Pfarrei sich verändern. Die jungen Menschen im Vorstand strukturieren die Rückmeldungen aus den Gemeinden auf einem Plakat und machen unbeabsichtigt deutlich, dass alle über 40 die Prozesse verschleppen, weil sie in ihren Beiträgen deutlich machen, dass sie es gewohnt sind, dass sich nichts verändert. Aber die jungen Menschen im Vorstand haben damit keine Verträge. Sie leiten die Sitzung, fragen, tragen Informationen zusammen und fordern, ohne anzuklagen.

Mit Sicherheit wird es eine neue Webpräsenz geben. Die wird 2.0 sein. Das wäre schon mal ein Schritt. Aber möglicherweise wissen die jungen Menschen im Vorstand nicht, dass es schlimm steht für die Gemeinden in der Kirchenkrise und dass 2.0 schon ein Schritt nach vorne wäre. Der Inhalt für die Webpräsenz muss aus den Gemeinden kommen, aber die Denkweise der jungen Menschen ist bereits 3.0.

Ein Link

https://kirchen-kommunikation.de/

Inklusion im Bistum Essen

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